07.12.2012

Aktuelle Therapiemöglichkeiten bei Netzhauterkrankungen
Bereits zum 24. Mal fand im November die „Innsbrucker Fortbildung für Augenärzt:innen“ (IFA) zum Thema „Evidenzbasierte Therapie von Netzhauterkrankungen“ statt. Rund 200 Teilnehmer:innen folgten der Einladung der Innsbrucker Univ.-Klinik für Augenheilkunde und diskutierten über aktuelle Therapie- und Operationsmöglichkeiten bei Erkrankungen des hinteren Augenabschnittes.
Auch heuer waren wieder rund 200 Augenfachärzt:innen, vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum, der Einladung von Univ.-Prof. Dr. Nikolaos Bechrakis, Leiter der Univ.-Klinik für Augenheilkunde und Optometrie nach Innsbruck gefolgt. Die IFA hat sich als spezialisierte Tagung für Netzhauterkrankungen etabliert. „Mittlerweile ist die IFA die österreichische ´State of the Art`-Tagung zur Behandlungen von Augenerkrankungen des hinteren Augenabschnittes“, erklärt Univ.-Prof. Nikolaos Bechrakis. Zu den Erkrankungen des hinteren Augenabschnittes gehören beispielsweise Netzhautablösungen, Entzündungen oder Tumore. Die häufigste Netzhauterkrankung ist die altersbedingte Makuladegeneration, eine Ernährungs- und Durchblutungsstörung der Netzhautmitte, die mit einem allmählichen Funktionsverlust der zentralen Sehschärfe einhergeht. Infolge der steigenden Lebenserwartung hat die Anzahl von Patient:innen mit einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) in den vergangenen Jahren stark zugenommen.
AMD, Makulachirurgie und Netzhautablösungen
Die AMD, Makulachirurgie und Netzhautablösungen waren die wichtigsten Themen der Tagung. „In allen drei Bereich sind die Therapien in den letzten Jahren deutlich besser geworden“, erklärt Univ.-Prof. Nikolaos Bechrakis. Als eine der wichtigsten Neuerungen wurden die Entwicklung neuerer Medikamente zur Therapie der feuchten AMD sowie Therapieempfehlungen bei retinalen Gefäßverschlüssen diskutiert. Aus dem Bereich der operativen Möglichkeiten im Bezug auf Netzhauterkrankungen interessierten sich die Augenfachärzt:innen insbesondere für die elektive Makulachirurgie. Diese Methode, die mit einer Membranentfernung oder einem so genannten ILM-Peeling einhergeht, liefert gute funktionelle Ergebnisse bei epiretinalen Membranen der Makula oder Makulaforamina (Makualoch). Ein weiteres wichtiges Thema war die Ablatiochirurgie, also die Behandlung von Netzhautablösung sowie die Traumachirurgie. Im Rahmen der Tagung wurden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Operationsmethoden besprochen. Als Referent:innen konnte Prof. Bechrakis wieder renommierte Expert:innen aus dem In- und Ausland gewinnen, darunter die Direktorin der Wiener Univ.-Klinik für Augenheilkunde und Optometrie, Univ.-Prof.in Dr.in Ursula Schmidt-Erfurth, der Direktor der Augenklinik des Berliner Sankt Gertrauden Krankenhauses, Priv.-Doz. Dr. Joachim Wachtlin, der Direktor der Grazer Universitäts-Augenklinik, Univ.-Prof. Dr. Andreas Wedrich, der Direktor der Augenklinik des Kantonsspital St. Gallen, Priv.-Doz. Dr. Christophe Valmaggia und die Präsidentin der Netzhautkommission der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft, Priv.-Doz.in Dr.in Katharina Krepler.
Weitere Informationen:
Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie
Abstract-Heft der 24. Innsbrucker Fortbildung für Augenärzte
(B. Hoffmann)