25.08.2017

Präzise Analyse: Den Proteinen und Elementen auf der Spur
Die Mitarbeiter:innen der Core Facility „Protein Micro-Analysis“ (Projektleiter: ao.Univ.-Prof. Dr. Herbert Lindner) arbeiten im Hintergrund vieler erfolgreicher Forschungsprojekte an der Medizinischen Universität Innsbruck. Zuletzt wurde das breite Spektrum an analytischen Methoden der zentralen Serviceeinrichtung dazu genutzt, Proben von Brustkrebspatient:innen auf Aluminium zu untersuchen – eine besondere Herausforderung.
Die Core Facility „Protein Micro-Analysis“ der Sektion für Klinische Biochemie (Interim. Leiter Univ.-Prof. Dr. Ludger Hengst) im Biozentrum der Medizinischen Universität Innsbruck bietet ein breites Spektrum an analytischen Methoden für die Separierung sowie Identifizierung von Proteinen, Peptiden und deren Modifikationen an. Das Forschungsspektrum ist dabei sehr weit: Methodenentwicklung, Fragestellungen der Grundlagenforschung sowie Untersuchungen von klinischen Proben stehen im Vordergrund. Bevor ein Projekt allerdings begonnen werden kann, ist häufig eine Methodenoptimierung notwendig. Auf Grund der Komplexität der Proben, der Eigenschaften der Probenmatrix sowie der meist nur in geringen Mengen vorhandenen Proben kommt der Methodenentwicklung große Bedeutung zu. „Wir müssen verlässliche und reproduzierbare Daten für die Forscherinnen und Forscher liefern, die sich an uns wenden“, erklärt ao.Univ.-Prof. Dr. Herbert Lindner. Auf Grund des breiten Einsatzgebietes seiner Core Facility hat der Forscher im Laufe seines Berufslebens schon mit nahezu jeder Klinik und Sektion der Medizinischen Universität Innsbruck zusammengearbeitet.
Große Herausforderung: Aluminium kommt in praktisch allen Stoffen vor
Eine besondere Herausforderung war zuletzt die Mitarbeit an der erst kürzlich veröffentlichten Innsbrucker Studie zum Zusammenhang von aluminiumhaltigen Deodorants und Brustkrebs. Die Erstautorin der Studie, Mag.a Caroline Linhart, von der Sektion für Medizinische Statistik und Informatik hatte sich an das Team von Univ.-Prof. Lindner gewandt. Im Rahmen der Forschungsarbeit sollten zusätzlich zu einer wissenschaftlichen Befragung auch Gewebeproben analysiert werden. Ziel der Untersuchung war es, den Aluminiumgehalt in Gewebeproben von Brustkrebspatientinnen mit denen einer gesunden Kontrollgruppe zu vergleichen. Die Methode der Aluminiummessung mittels Atomabsorptionsspektrometrie wurde von Ass. Prof. Dr. Heribert Talasz an der Core Facility etabliert und optimiert. Die sensitive Messung von Aluminium ist recht anspruchsvoll, da viele im Labor verwendete Materialien und Geräte mit Aluminium kontaminiert sind oder Aluminium enthalten. Bei komplexen Fragestellungen, wie etwa der Aluminiumbestimmung von Gewebeproben, kann die Methodenoptimierung daher sehr aufwändig sein, ist aber ein wichtiger Beitrag, um zu wissenschaftlich verwertbaren Ergebnissen zu kommen. Aluminium wird derzeit auch mit vielen anderen Erkrankungen, wie beispielsweise Alzheimer in Verbindung gebracht. Hierbei ist es notwendig, dass genaue Messmethoden zur Verfügung stehen um, Zusammenhänge feststellen oder ausschließen zu können. Neben dieser bereits abgeschlossenen Studie gibt es weitere Projekte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kliniken, bei denen die Konzentration von z.B. Eisen, Kupfer, Zink, Strontium etc. in Blut, Gewebe oder Zellen gemessen wird.
