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06.07.2018

Aufnahmeverfahren: Anzahl der Absolvent:innen gestiegen

Die Medizinische Universität Innsbruck konnte durch gezielte Maßnahmen die Anzahl ihrer Absolvent:innen massiv steigern. Im Fach Humanmedizin beträgt das Plus rund 20 Prozent. Obwohl ein Großteil der Absolvent:innen in Österreich bleiben will, profitiert das nationale Gesundheitswesen nur bedingt. Im Rahmen eines Pressegespräches im Vorfeld der Aufnahmeverfahren präsentierte Peter Loidl, Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten, aktuelle Zahlen.

Im Fach Humanmedizin hatten im Studienjahr 2013/14 240 angehende Ärzt:innen ihr Studium beendet. In nur drei Jahren konnte diese Zahl erheblich gesteigert werden: Im Studienjahr 2016/17 waren es bereits 294 Absolvent:innen, im laufenden Studienjahr werden es über 300 sein. „Durch gezielte Maßnahmen war es möglich, die Zahl der Absolventinnen und Absolventen im Fach Humanmedizin um rund 20 Prozent zu erhöhen“, erklärt Vizerektor Peter Loidl. „Wir bilden genügend Ärztinnen und Ärzte aus, deutlich mehr als unsere Nachbarländer Deutschland und die Schweiz, bezogen auf die Gesamtbevölkerung. Der Großteil unserer Absolventinnen und Absolventen im Fach Humanmedizin möchte auch nach dem Ende des Studiums in Österreich bleiben. Wir haben hier in Umfragen unter unseren Absolventinnen und Absolventen eine deutliche Trendumkehr festgestellt“, sagt Loidl.

Flaschenhals Basisausbildung
Um später auch als Ärztin oder Arzt arbeiten zu können, müssen alle Absolvent:innen eines Medizinstudiums eine neunmonatige Basisausbildung absolvieren. „Dies ist momentan der Flaschenhals. Immer mehr Absolvent:innen müssen auf diesen Basisausbildungsplatz warten, im schlimmsten Fall bis zu mehr als ein Jahr. Das ist natürlich einigen zu lang und sie entscheiden sich dann doch für eine Berufsausübung in einem unserer Nachbarländer, wo sie meist unverzüglich mit der Ausbildung anfangen können“ erklärt Peter Loidl. Wie Zahlen der Österreichischen Ärztekammer zeigen, bleiben rund 38 Prozent der Mediziner:innen nicht im österreichischen System. „Insbesondere in Hinblick auf das Fach Allgemeinmedizin muss daher die Zahl der Basisausbildungsplätze angehoben werden.“ Auch eine zentrale Koordinierung der Basisausbildung könne dabei helfen, die Situation zu verbessern, so der Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten. „Als Medizinische Universität sind wir für das Studium der Medizinerinnen und Mediziner von morgen zuständig, nicht aber für den postpromotionellen Bereich. Wir bringen aber gerne unsere Expertise ein. Eine gemeinsame Lösung aller Beteiligten wäre wichtig, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung weiterhin sicher zu stellen“, sagt Loidl.

Aufnahmeverfahren: Zahl der prüfungsaktiven Studierenden hat sich erhöht
Ein Grund für die sehr positiven Entwicklungen im Bereich der Absolvent:innenzahlen, auch an den anderen Medizinischen Universitäten in Österreich, sind die Aufnahmeverfahren. Im kürzlich veröffentlichten Universitätsbericht 2017 des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung wurde diese positive Auswirkung auf den Studienverlauf, die Studienzufriedenheit und die Ab­schlüsse festgestellt. „Die Zahl der prüfungsaktiven Studierenden hat sich stark erhöht. Nach zwei Semestern studieren immer noch 97 Prozent weiterhin Humanmedizin. Die Abbruchquote ist dementsprechend gering“ zitiert Loidl aktuelle Zahlen aus dem Bericht. Darüber hinaus habe sich die durchschnittliche Studiendauer um rund zwei Semester reduziert.

Mehr Absolvent:innen im Fach Molekulare Medizin
Die aktuelle Studierendenstatistik der Medizinischen Universität Innsbruck weist auch für das Bachelor- und Masterstudium Molekulare Medizin steigende Zahlen aus. Bei diesem zukunftsweisenden Studium lernen die Studierenden die molekularen Grundlagen von Gesundheit und Krankheit kennen. Die Absolvent:innen sind sehr gefragt, denn sie werden gemeinsam mit Ärzt:innen an der Diagnose und Therapie von Erkrankungen im Rahmen der personalisierten Medizin arbeiten. Nach der Einführung des Studiums 2012 zählte die Medizinische Universität Innsbruck im Studienjahr 2013/14 zunächst 13 Absolvent:innen. Mittlerweile hat sich die Zahl verdoppelt, 2016/17 gab es bereits 29 Molekulare Mediziner:innen aus Innsbruck.

Aufnahmetests zum Medizinstudium: Insgesamt 12.552 Teilnehmer:innen

Insgesamt 15.880 Bewerber:innen hatten sich für die Teilnahme an den gemeinsamen Aufnahmeverfahren MedAT für das Studium an den Medizinischen Universitäten in Wien, Innsbruck und Graz sowie an der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz bis Ende März 2018 angemeldet. Davon haben am heutigen Freitag insgesamt 12.552 Interessent:innen teilgenommen – das sind somit 79,04 Prozent. Die Testergebnisse werden im August bekanntgegeben.

Die Anmeldungen und tatsächlichen Teilnahmezahlen im Detail:
– An der MedUni Wien hatten sich 7.451 Personen zum Aufnahmetest verbindlich angemeldet, tatsächlich nahmen am Freitag 5.945 Interessent:innen teil.

– An der Medizinischen Universität Innsbruck hatten sich insgesamt 3.766 Bewerber:innen angemeldet, davon erschienen 2.897 zum heutigen Test.

– An der Med Uni Graz waren insgesamt 2.969 Anmeldungen eingegangen. 2.441 Personen kamen zum heutigen MedAT.

– In Linz (Medizinische Fakultät der JKU Linz) hatten sich 1.694 Personen angemeldet, davon nahmen 1.269 wirklich teil. In Linz gibt es heuer 180 statt 120 Studienplätze zu vergeben.

Teilnehmer:innen an den Aufnahmeverfanren in Innsbruck (inkl. Bachelor Molekulare Medizin)

In einer eigenen Presseaussendung werden die Tiroler Medienvertreter:innen über die Zahlen zum Aufnahmeverfahren in Innsbruck (inkl. Molekulare Medizin) informiert. Hier geht´s zur Aussendung.

 

(B. Hoffmann-Ammann, Doris Heidegger)