25.04.2024

Tagung: Interprofessionelles Lernen am Arbeitsplatz
Ob Bedside Teaching oder Skills Lab: Eine authentische Situation gilt als ideales Lernumfeld für gute Erfolge in der Ausbildung von ärztlichem und nicht-ärztlichem Gesundheitspersonal. Wie aber müssen die Rahmenbedingungen sein, damit interprofessionelles Lernen am Arbeitsplatz im multiprofessionellen klinischen Team bestmöglich gelingt? Dieser Frage widmete sich die „Gesellschaft für medizinische Ausbildung GMA Austria“ bei ihrer heurigen Frühjahrstagung in Innsbruck.
Der Fachkräftemangel ist in allen medizinischen Berufen spürbar. Trotzdem – oder genau deshalb – sei es wichtig, eine gute, professionelle Zusammenarbeit von Ärzt:innen, Krankenpfleger:innen, Physiotherapeut:innen, Ergotherapeut:innen, Hebammen und den zahlreichen anderen nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen schon in der Ausbildung zu forcieren. Das erklärte Marion Huber von der Zürcher Hochschule für Angewandte Gesundheitswissenschaften in ihrer Keynote bei der Frühjahrstagung der „GMA Austria“ am 19. April 2024. Gastgeberinnen waren heuer die Medizinische Universität Innsbruck, vertreten durch den Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten Wolfgang Prodinger, und die fh gesundheit, vertreten durch die Studiengangsleiterin des FH-Bachelor-Studiengangs Biomedizinische Analytik Heidi Oberhauser.
Huber plädiert für interprofessionelles im Gegensatz zu multiprofessionellem Zusammenarbeiten: bei Letzterem würden viele Professionen nebeneinander auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, aber ohne Interaktion der verschiedenen Berufsgruppen. Erst beim interprofessionellen Ansatz ergebe sich ein ganzheitlicher Blick auf die Patient:innen. Schwierigkeiten bei der Umsetzung könnten etwa ein Machtgefälle oder Kommunikationsprobleme sein, gerade dem könne durch gemeinsame Ausbildungseinheiten vorgebeugt werden. Das Tagungsthema „Interprofessionelles Lernen am Arbeitsplatz Krankenhaus und im Skills Lab“ wurde anschließend auch in Kurzpräsentationen zu interprofessionellen Lehrprojekten und im Erfahrungsaustausch der Teilnehmer:innen behandelt. Auszubildende oder Ausbildner:innen beobachten zunehmend, dass durch die Priorität der Patient:innenversorgung im Krankenhaus strukturiertes Lernen und Ausbildung hintangestellt werden müssen. Trotz Personal- und Zeitmangels brauche es aber ein Umfeld für strukturiertes interprofessionelles Lernen, damit der klinische Arbeitsplatz schon in der Ausbildungsphase tatsächlich zum idealen Umfeld für das Erlernen komplexer Fertigkeiten unter Supervision wird.
(25.04.2024, Text und Bild: MUI/P. Volgger)