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Innsbrucker Studierende gewinnen erneut Paul-Ehrlich-Contest (PEC)

Siegerbild vom PEC in Ulm: v.l.n.r. Studiendekan Tobias Böckers, Sebastian Sallaberger, Norbert Redlinger, Johannes Miehling (auf der Schulter), Selina Zoller, Ben Reinecke, Julia Brandtner, Lena Kraft, Leo Sadjak.

Titelverteidigung gelungen: Ben Reinecke, Julia Brandtner, Lena Kraft, Leo Sadjak und Selina Zoller holten beim traditionsreichen Paul-Ehrlich-Contest der Medizinstudierenden zum fünften Mal den Sieg für die Med Uni Innsbruck. Bei dem Wettbewerb treten Teams aus Österreich, Deutschland und der Schweiz in theoretischen und praktischen medizinischen Aufgaben gegeneinander an. Die heurige Ausgabe fand Ende Juni in Ulm statt, dort siegte das PEC-Team Innsbruck wie schon im Vorjahr.

Der PEC 2026 war bis zum Schluss richtig spannend und Team Innsbruck musste alles geben, zum Beispiel im Seziersaal: Lena Kraft und Selina Zoller hatten die Aufgabe, den Nervus Radialis am Oberarm darzustellen und mit einer Donati-Rückstichnaht wieder zuzunähen. „Zum Glück haben wir das richtig gut hingekriegt“, zeigen sich die beiden im Rückblick erleichtert. Gemeinsam mit den Teamkolleg:innen Leo Sadjak, Julia Brandtner und Ben Reinecke konnten sie beim Paul-Ehrlich-Contest in Ulm am Ende über den Sieg jubeln. Der zweite Platz ging an das Team der Ludwig-Maximilians-Universität München, auf Platz drei kam die Charité – Universitätsmedizin Berlin.

„Ich habe lange gedacht, dass München gewinnen wird“, gesteht Julia. „Aber wir haben strategisch gespielt, keine Minuspunkte durch Fehldiagnosen kassiert und uns auch im ärgsten Stress immer untereinander abgesprochen.“ So holte das Team zum insgesamt 5. Mal den Sieg für die Med Uni Innsbruck. 

Beim Paul-Ehrlich-Contest 2026 in Ulm lieferten sich 16 Teams von Medizinstudierenden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz einen Wettbewerb um die schnellsten Diagnosen und fundierte Behandlungen. Die Teilnehmer:innen bereiten sich monatelang darauf vor, vertiefen ihre medizinischen Kompetenzen, stärken ihre Teamfähigkeit, vernetzen sich international – und der Spaß kommt beim PEC auch nicht zu kurz.

Schwieriger Start

„Wir waren motiviert, aber wir haben auch den Druck gespürt“, erinnern sich die fünf Teilnehmer:innen. „Innsbruck hatte den Contest ja schon oft gewonnen, da will man nicht in der Vorrunde ausscheiden. Das Finale war das Minimalziel,“ stellt Leo klar. Doch in der Vorrunde lief es zunächst alles andere als rund. „Wir hatten schnell Rückstand und waren verunsichert, aber wir haben dann gut reingefunden“, erinnern sich die Studierenden. Die Vorrunde am ersten Tag gewann Innsbruck schließlich souverän.

Sechs lange Stunden dauerte dann das Finale am zweiten Tag an der Uni Ulm. „Wir hatten diesmal viele Unterstützer:innen dabei: Sie haben uns mit kühlen Getränken versorgt und vor allem hat uns das ganze Team immerzu motiviert“, ist das Kernteam dankbar.

„Für das Betreuerteam war es aufreibend, den schwierigen Start mitzuerleben“, erzählt Sebastian Sallaberger (Univ.-Klinik für Innere Medizin IV). Gemeinsam mit Norbert Redlinger (Univ.-Klinik für Innere Medizin V) und Johannes Miehling – Medizinstudent kurz vor dem Studienabschluss und PEC-Teilnehmer der letzten Jahre – begleitete er das Team nach Ulm. Simon Leiter (Univ.-Klinik für Neurologie) bereitete das Team im PEC-Wahlfach vor, Alexander Kroiss vom Krankenhaus Barmherzige Schwestern Ried brachte wiederum seine nuklearmedizinische Expertise ein. Für die Unterstützung vor und während des Wettbewerbs bedankt sich das PEC-Team besonders auch beim Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten Wolfgang Prodinger.

Gewinner:innen des Paul-Ehrlich-Contests 2026 mit Rektor Mayer und Vizerektor Prodinger
Die Med Uni Innsbruck freut sich über den erneuten Sieg des PEC-Teams: Ben Reinecke, Selina Zoller, Julia Brandtner und Lena Kraft (vorne v.l.) mit Vizerektor Wolfgang Prodinger und Rektor Gert Mayer (hinten v.l.). PEC-Teammitglied Leo Sadjak fehlte beim Fototermin.

Intensive Vorbereitung im PEC-Wahlfach

Im Wahlfach rund um den Contest sieht Sebastian Sallaberger das Geheimnis des häufigen Erfolgs der Med Uni Innsbruck: „Einige Studierende sind ab dem 1. Semester dabei, so sammeln sie Erfahrung und kennen den Wettbewerbsmodus gut.“ In diesem Jahr ging das Wahlfach über die reine Contest-Vorbereitung hinaus und der Fokus lag stärker auf Peer-to-Peer, damit auch Studierende aus den unteren Semestern profitieren und erfahrene Teilnehmer:innen zusätzliches Wissen erwerben können. „Im Laufe des Semesters hat sich herauskristallisiert, wer zusammenpasst und die Teamaufstellung war dann eine gemeinsame Entscheidung“, erzählen die fünf Teammitglieder, die nach Ulm entsandt wurden. Sie haben in den letzten Monaten zwischen Wahlfach und Zusatztraining vier Stunden pro Woche gemeinsam und täglich einzeln für den PEC trainiert. „Wir haben dann auch verschiedene Spezialgebiete, bei den Blickdiagnosen müssen alle gut sein, und wir teilen die Aufgaben auch schon vorher zu. Bei einzelnen Fällen bekommen wir zum Beispiel seitenlange Anamnesen, die liest ein Teil des Teams von vorn, eines von hinten“, erläutert Selina eine der Strategien.  

Im großen Finale lief der Start wieder nicht gut – dieses Mal lag es auch an einem fehleranfälligen Buzzer. So gab es anfangs auch keine Punkte für Blickdiagnosen – bisher stets eine Paradedisziplin der Innsbrucker:innen. Doch die fünf Studierenden bewahrten die Nerven. Ein klinischer Fall brachte viele Punkte. Julia und Leo mussten ihr Können in einem pädiatrisch-internistischen Fall unter Beweis stellen – da traf es sich gut, dass später beide in diesen Fachbereichen arbeiten möchten. „Simuliert wurde ein kranker Säugling, wir mussten innerhalb von 45 Sekunden Herz und Lunge abhören, eine Diagnose stellen und Theoriefragen beantworten,“ erzählen die beiden. Das gelang Team Innsbruck ausgezeichnet.

Beim Paul-Ehrlich-Contest treffen sich Medizinstudierende aus dem DACH-Raum: Heuer waren 16 Universitäten vertreten (Foto: Elvira Eberhardt/Uni Ulm)

„So ein Wettbewerb hilft auch fürs Studium, es bereitet einen auch auf den Beruf vor“, ist Lena überzeugt. „Man wiederholt Stoff, lernt schnelle Entscheidungen zu treffen und Teamfähigkeit.“ Und Ben ergänzt: „Der PEC in Ulm war super organisiert, wir haben viele Kontakte mit motivierten Studierenden geknüpft.“ Für drei aus dem Team – Lena, Julia und Selina – folgen jetzt zum Semesterschluss noch große Prüfungen im Medizinstudium: Aber mit dem PEC-Sieg in der Tasche stimmt die Motivation dafür allemal.

Das PEC-Team dankt seinen Sponsoren:

(Innsbruck, 29.06.2026, Text: P. Volgger, Fotos: MUI/D. Bullock/PEC Team, Elvira Eberhardt/Uni Ulm)

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