close_icon

10th CIIT Science Day – Wissenstransfer mit Jubiläumscharakter

Das eingespielte CIIT Science Day Organisationsteam, v.l.: Fabio Gsaller, Hubertus Haas, Günter Weiss, Thomas Sonnweber und Wilfried Posch. (c) MUI/D. Bullock

Der traditionelle Science Day des Comprehensive Center for Infection, Immunity and Transplantation (CIIT) fand dieses Jahr am 2. Juli im Medizinzentrum Anichstraße statt und war wie auch schon in den vergangenen Jahren Ausdruck der erfolgreichen interdisziplinären Zusammenarbeit und der hohen Expertise in den Bereichen Immunologie, Infektiologie und Transplantation. Das 10-jährige Bestehen dieses nachhaltigen Netzwerks gab Anlass für ein Interview mit CIIT-Sprecher Günter Weiss.

Nach einleitenden Grußworten von Vizerektorin Patrizia Stoitzner – in der Vergangenheit selbst beteiligte Immunologin bei CIIT Science Days – und Sprecher Günter Weiss bot auch der 10. CIIT Science Day wieder viel interdisziplinäres Wissen und neue Erkenntnisse. Das Organisationsteam mit Fabio Gsaller, Hubertus Haas, Wilfried Posch und Thomas Sonnweber konnte auch in diesem Jahr ein interessantes und abwechslungsreiches Programm zusammenstellen. Die Poster Sessions mit Beiträgen von 42 Forscher:innen aus vorklinischen und klinischen Einrichtungen wurden heuer von gleich zwei Keynote Lectures umrahmt, Johannes Wagener vom Trinity Translational Medicine Institute, Trinity College Dublin, Ireland, sprach über „A Bitter End, Please: Azole Antifungals against Aspergillus fumigatus“ und Martin Ellmerer aus dem Bereich Innovation und Technologiemanagement der Medizin Uni Innsbruck referierte zum Thema „From Research to Impact: Bridging Europe’s Innovation Gap Through Technology Transfer and Spin-offs“.

Vizerektorin Patrizia Stoitzner begrüßte die interessierten Teilnehmer:innen. (c) W. Posch

Auch in diesem Jahr wurde ein Preis für das am besten präsentierte Poster vergeben. Die Auszeichnung wurde von den Poster-Jurorinnen und -Juroren sowie einer Jury aus den Beiträgen der vier Postersessions ausgewählt. Über den Posterpreis durfte sich Nicolas Melcher vom Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie freuen. Prämiert wurde die translationale Studie zur Wirksamkeit der Influenza-Schutzimpfung. In den anschließenden angeregten Diskussionen wurde auch auf vergangene Jahre zurückgeblickt. Jemand, der sich besonders gut an die Anfänge des CIIT erinnern kann, ist CIIT-Sprecher Günter Weiss. Deshalb und weil der 10. CIIT Science Day als Jubiläumsveranstaltung gesehen werden kann, haben wir ihn zum Interview gebeten.

Herr Weiss, ist das CIIT so etwas wie ein Aushängeschild unserer Universität?

Günter Weiss:  Ich bin überzeugt, dass das CIIT am Standort sehr viel bewirkt hat. Es war immerhin das erste seiner Art in Österreich und hat dazu geführt, dass man über die Disziplinen hinweg – sowohl im theoretischen als auch klinischen Bereich – enger zusammengearbeitet hat. Und letztendlich hat es auch als Vorbild für andere Standorte in Österreich gedient, um die Forschung und Lehre in Infektiologie, Immunologie und Transplantationsmedizin voranzutreiben.

Von wem ging die Initiative dafür aus?

Weiss: Es war eine gemeinsame Idee mit dem früheren Rektorat im Jahr 2008/09, Comprehensive Centers in Schwerpunktbereichen zu schaffen. Ich habe schließlich den Auftrag bekommen, ein solches in den Fächern Infektiologie, Immunologie und Transplantation umzusetzen und habe dafür ein sehr engagiertes Team gefunden. Wir haben dann durch die Etablierung eines Semesterprogramms mit Vorträgen von internen und externen Sprecher:innen, Clinical Grand Rounds und dem Science Day eine Veranstaltungsreihe etabliert, um den Wissensaustausch zu fördern, Know-How-Transfer zu generieren und neuen Ideen zu gewinnen und umzusetzen. Wir haben versucht, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den verschiedenen Kliniken und Instituten zur Teilnahme an den Programmen des CIIT zu gewinnen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit im wissenschaftlichen und klinischen Bereich zu forcieren.

Wie lässt sich der Output des CIIT beschreiben?

Weiss: Wir haben einiges erreicht. Es wurden zahlreiche Projekte initiiert und erfolgreich umgesetzt, zwei Doktoratsprogramme – HOROS und CORVOS – sind daraus hervorgegangen und viele gemeinsame Publikationen. Durch Grand Rounds zu Transplantation, Immunologie und Infektiologie wurde aber auch die klinische Zusammenarbeit stark gefördert. Innsbruck hat den großen Vorteil eines überschaubaren Campus‘, alles liegt relativ nah beisammen, es wird sehr viel kommuniziert und man geht auf die Leute zu. Man sieht das auch am guten Publikationsoutput und den vielen PhD-Studierenden, die hier vernetzt sind. Dankenswerterweise wurden auch einige neue Professuren geschaffen, um dieses interdisziplinäre Feld entsprechend zu stärken.

Der Nachwuchs spielt im Comprehensive Center also eine wichtige Rolle?

Weiss: Mit dem Science Day versuchen wir, interessante Themen für junge Forscherinnen und Forscher, Ärztinnen und Ärzte aufs Tapet zu bringen, damit der Blick über den Tellerrand hinaus leichter fällt und vielleicht auch neue Ideen entwickelt werden. Diese interdisziplinäre Herangehensweise macht die Themen attraktiver, man sieht, was es sonst noch gibt, lernt neue Leute kennen, das eigene berufliche Umfeld wird noch interessanter. Die Bereitschaft, sich nach 16 Uhr noch in einen Hörsaal zu setzen und Vorträge anzuhören ist vielleicht weniger geworden. Wir versuchen, die jungen Leute zu überzeugen, dass man immer etwas mitnimmt, dass es ein Benefit ist, von Top-Forscher:innen Wissen vermittelt zu bekommen oder sich mit ihnen auszutauschen und damit Impulse für die eigene Arbeit zu bekommen.

Ich denke, das CIIT hat die Medizin Uni und den Forschungsstandort Innsbruck ein beachtliches Stück weitergebracht.

Hintergrund CIIT
Das CIIT wurde im März 2010 an der Medizinischen Universität Innsbruck etabliert. Auf dem universitären Schwerpunkt „Infektion, Immunität und Transplantation“ aufbauend, sind die Ziele des CIIT die Förderung und Koordination der Interaktion der theoretischen und klinischen Einrichtungen der Medizinischen Universität Innsbruck, der Tiroler Forschungsinstitutionen und der Tiroler Krankenanstalten in der Patient:innenversorgung, Lehre und Ausbildung sowie Forschung. Das CIIT ist ein virtuelles Zentrum, das die Aktivitäten in den Disziplinen Infektiologie inklusive Mikrobiologie und Virologie, Immunologie und Transplantationsmedizin über die historisch gewachsenen Institutionsgrenzen hinweg bündelt und koordiniert. 

(16.07.2026, Text: D. Heidegger, Bilder: D. Bullock/W. Posch)

Link:

CIIT