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Medizin Uni verlieh den Preis der Brigitta-Zollner-Stiftung und die Preise für Gender Medizin Forschung

v.l. Gudrun Feuchtner und Harald Hegen teilen sich den Preis für Gender Medizin Forschung. Katharina Steger freut sich über den Preis der Brigitta Zollner Stiftung. (Fotos: MUI/D. Bullock)

Preisverleihungen sind an der Medizinischen Universität Innsbruck zu einer schönen, festlichen Tradition geworden – die in diesem Sommer zum ersten Mal im Faculty Club über die Bühne ging. Am 18. Juni überreichte Vizerektorin Patrizia Stoitzner den Preisträger:innen des Preises der Brigitta-Zollner-Stiftung 2025 und des Preises für Gender Medizin Forschung 2025 ihre Urkunden.

In einem exklusiven Rahmen mit musikalischer Untermalung des Duos NOBL veranstaltete die Medizinische Universität Innsbruck in der vergangenen Woche erstmals eine Preisverleihung im Faculty Club in der Schöpfstraße. Mit einem Glas Sekt stieß Vizerektorin Patrizia Stoitzner mit den Preisträger:innen Katharina Steger, Gudrun Feuchtner und Harald Hegen, der Ehrensenatorin der Medizin Uni und Preisstifterin Brigitta Zollner und den Laudator:innen Sabine Ludwig und Alain Zeimet an. „Es ist mir persönlich sehr wichtig, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und damit das Forschungsprofil der Universität zu stärken und ich weiß auch, wie toll es sich anfühlt, wenn nach langen Jahren der Arbeit die Leistung gewürdigt und honoriert wird“, sagte die Vizerektorin für Forschung und Internationales. Laudator Alain Zeimet (Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe) freute sich sichtlich, Katharina Steger und ihre Arbeit in einer Laudatio vorstellen zu dürfen und ihr persönlich seine Glückwünsche zu überbringen, und auch Sabine Ludwig (Institut für Diversität in der Medizin) sprach anerkennende Worte zu Gudrun Feuchtner und Harald Hegen und beschrieb die mit dem Preis für Gender Medizin Forschung ausgezeichneten Arbeiten.

Preis der Brigitta-Zollner-Stiftung 2025 an Katharina Steger (Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe):

v.l. VR Patrizia Stoitzner, Preisträgerin Katharina Steger, Stifterin Brigitta Zollner und Laudator Alain Zeimet. (Foto: MUI/D. Bullock)

Immuntherapien haben die Behandlung zahlreicher Krebserkrankungen grundlegend verändert. Dennoch profitieren Patientinnen mit scheinbar ähnlichen Tumoren sehr unterschiedlich von diesen Therapien. In ihrer ausgezeichneten Arbeit untersuchte Katharina Steger daher, welche Unterschiede in der Tumormikroumgebung von TP53-mutierten Endometriumkarzinomen (Gebärmutterschleimhautkrebs), high-grade serösen Ovarialkarzinomen (Eierstockkrebs) und triple-negativen Mammakarzinomen (Brustkrebs) bestehen und wie diese Unterschiede die Wirksamkeit von Immuntherapien beeinflussen könnten. Auf Basis von Daten von 606 Patientinnen aus der internationalen Krebsdatenbank „The Cancer Genome Atlas“ analysierte sie die Tumormutationslast sowie die Zusammensetzung des Tumormikromilieus.

Die Ergebnisse zeigten, dass TP53-mutierte high-grade seröse Ovarialkarzinome im Vergleich zu den anderen untersuchten Tumorarten deutlich stärker von immunsuppressiven Mechanismen geprägt sind. Insbesondere fanden sich erhöhte Anteile immunsuppressiver Immunzellen sowie eine verstärkte Expression von Faktoren, die eine wirksame antitumorale Immunantwort hemmen könnten. Demgegenüber wiesen TP53-mutierte Endometriumkarzinome ein deutlich günstigeres immunologisches Profil auf.

Die Studie liefert damit neue Erkenntnisse über die biologischen Ursachen der bislang begrenzten Wirksamkeit von Immuntherapien beim high-grade serösen Ovarialkarzinom. „Langfristig könnten diese Ergebnisse dazu beitragen, neue therapeutische Angriffspunkte zu identifizieren und immunonkologische Behandlungsstrategien für Patientinnen mit high-grade serösen Ovarialkarzinom gezielter weiterzuentwickeln“, sagt die Preisträgerin.

Zur Forschungsarbeit: https://doi.org/10.1016/j.ejca.2025.115320

Preis für Gender Medizin Forschung 2025 an Gudrun Feuchtner (Univ.-Klinik für Radiologie):

v.l. Laudatorin Sabine Ludwig, Preisträgerin Gudrun Feuchtner und VR Patrizia Stoitzner (Foto: MUI/D. Bullock)

Bei Frauen wird die Diagnose Koronare Herzkrankheit (KHK) häufiger später gestellt als bei Männern – und die Sterblichkeit ist höher.

Gründe dafür sind, dass Symptome klinisch unterschiedlich sind und traditionelle Risikobewertungssysteme eine geringe Treffsicherheit aufweisen. Gudrun Feuchtner, Expertin für kardiovaskuläre CT-Bildgebung an der Univ.-Klinik für Radiologie, beschäftigte sich in ihrer ausgezeichneten Arbeit mit der Anwendung von KI-gestützter Software bei der Quantifizierung und Charakterisierung von koronaren Plaques in der CT-Bildgebung (AI-QCT) im Rahmen des multizentrischen CONFIRM 2 Registers (PI: Alexander van Rosendael, Leiden University und Ibrahim Danad, Radboud Medical Center, NL).

Für die nun ausgezeichnete Studie, analysierten Feuchtner und Kolleg:innen die Daten von 3.551 Patient:innen, darunter 49,5 Prozent Frauen. Es zeigten sich erhebliche Unterschiede im atherosklerotischen Plaqueprofil bei Frauen und Männern. Aber: „Im Vergleich zu Männern zeigten Frauen bei identem Plaquevolumen ein höheres Risiko für schwere kardiovaskuläre Events. Interessanterweise stieg ab einem spezifischen nicht-kalzifizierten Plaquevolumen-Anteil das Risiko für Frauen exponentiell, während es bei den Männern kontinuierlich zunahm. Dies sollte in der Risikostratifizierung und bei Therapieentscheidungen, zum Beispiel bei der Verordnung von Statinen und anderen Maßnahmen zur KHK-Prävention, wie Lifestyle Interventionen, berücksichtigt werden“, sagt die Preisträgerin.

Mehr Details: https://www.i-med.ac.at/de/news/794081/
Zur Forschungsarbeit: https://doi.org/10.1161/CIRCIMAGING.125.018235

Preis für Gender Medizin Forschung 2025 an Harald Hegen (Univ.-Klinik für Neurologie):

v.l. Laudatorin Sabine Ludwig, Preisträger Harald Hegen und VR Patrizia Stoitzner (Foto: MUI/D. Bullock)

Multiple Sklerose (MS) betrifft besonders häufig junge Frauen und kann bereits im jungen Erwachsenenalter zu dauerhafter Beeinträchtigung führen. Dank des wissenschaftlichen Fortschritts können Krankheitsschübe inzwischen aber effektiv verhindert und die Entwicklung von Behinderung verzögert werden, wie Harald Hegen erklärt. Der Mediziner an der Univ.-Klinik für Neurologie wurde für eine Studie, die im Journal of Neurology veröffentlicht wurde, mit dem Preis für Gender Medizin Forschung ausgezeichnet.

„Wir wollten wissen, ob Frauen und Männer mit MS in Österreich gleich behandelt werden“, sagt Hegen. Dazu wurden die Daten aus dem MS-Therapieregister von mehr als 4.000 Betroffenen ausgewertet, die zwischen 2006 und 2020 eine Immuntherapie begonnen hatten. „Die Ergebnisse zeigten, dass bei Frauen der Beginn einer Immuntherapie verzögert erfolgte und dass notwendige Therapiewechsel hin zu stärker wirksamen Substanzen trotz Krankheitsaktivität später vorgenommen wurden als bei Männern. Außerdem wurden Immuntherapien bei Frauen häufiger beendet. Wesentlicher Grund hierfür war die Familienplanung“, erläutert Hegen. Vor dem Hintergrund, dass eine adäquate Behandlung von Frauen mit MS auch während Schwangerschaft und Stillperiode möglich ist, zeigt die Studie eine deutliche Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Evidenz und der klinischen Versorgungsrealität im untersuchten Zeitraum.

„Die Auszeichnung freut uns besonders, weil somit auch die Leistung des MS Therapieregisters und der beitragenden österreichischen MS-Zentren gewürdigt wird“ sagt Hegen. „Unser Ziel ist es, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Familienplanung bei Patientinnen unter hoch-wirksamer Immuntherapie möglich ist und dass gendermedizinische Aspekte zentral für eine individualisierte Behandlung sind.

Zur Forschungsarbeit: https://doi.org/10.1007/s00415-024-12270-y

(26. Juni 2026, Text: red/T. Mair, Fotos: MUI/D. Bullock)

Weitere Links:
Ausschreibung des Preises der Brigitta-Zollner-Stiftung (noch bis 31.7.2026 bewerben!)
Information zur Ausschreibung des Gender Medizin Preises
Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
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Univ.-Klinik für Radiologie